Zum Abschluss unserer Serie haben wir unsere Geschäftsführer Oliver Zils und Malte Winkler gefragt, was gute Werbung heute wirklich braucht und warum eine gute Idee noch immer durch nichts zu ersetzen ist. Es gibt klare Antworten, persönliche Einschätzungen und einen kleinen Seitenhieb auf KI.
1. Das Rennen um die Aufmerksamkeit wird immer schneller – wie verändert sich dadurch eure Arbeit?
Im Prinzip hat sich die Arbeit nicht verändert, weil die Regel „Im Zentrum steht eine gute Idee“ schon lange Gültigkeit hat. Aber wir haben natürlich viel mehr Erfahrung gesammelt in knapp zwei Jahrzehnten Kommunikationsarbeit.
Verändert hat sich vielleicht, dass wir anfangs unkritischer auf Kundenanfragen reagiert und kreativ losgelegt haben, statt erstmal gründlich die entscheidenden Fragen zu bearbeiten.
Nämlich die nach den Zielen und den Zielgruppen. Die halten sich heute auch in anderen – viel differenzierteren – Kanälen auf. Und dort gilt inzwischen die Regel, dass der Reiz stark und originell genug sein muss, um überhaupt eine Chance auf Wahrnehmung zu haben.
2. Große Marken setzen auf Reichweite und Budgets – womit können mittelständische Unternehmen im Aufmerksamkeitswettbewerb wirklich punkten?
Mit guten Inhalten, die authentisch sind und zu den Zielgruppen passen. Und: Wenn er vorhanden ist, mit Witz.
Dazu sollten sie die Überzeugung mitbringen, dass es keine Alternative zur Kommunikation gibt.
3. Heimat, Haltung, Handwerk – wie viel „von hier“ braucht gute Kommunikation, um hängen zu bleiben?
Wenn „von hier nach hier“ kommuniziert wird, könnte man beispielsweise die spezifischen Kenntnisse über die Region nutzen.
4. Wo seht ihr die größten Fehler, die Unternehmen aktuell im Kampf um Aufmerksamkeit machen – und wie kann man es besser lösen?
Den größten Fehler sehe ich darin, nicht zu kommunizieren (was man ja theoretisch gar nicht kann).
Im Rennen um die Aufmerksamkeit werden auch oft grelle Reize gesetzt, um aufzufallen. Wenn es aber nicht zu Absender und Empfänger passt, wird das nichts bringen.
Man sollte stattdessen – neben den hier erwähnten Punkten – auf Kontinuität setzen.
5. Zwischen Contentflut und kurzen Aufmerksamkeitsspannen: Was braucht gute Kommunikation heute, um erinnert zu werden?
Authentische, adäquate, originelle Inhalte. Kriegt man übrigens nicht von der KI.
6. Gibt es ein Projekt, das für euch ein HK-Favorit ist, weil es genau das vereint, was gute Werbung ausmacht oder besonders ist?
Prinzipiell gilt: Jedes Projekt hat auf gewisse Weise unseren Stolz verdient. Jedes ist anders, weil die Ausgangssituation so unterschiedlich war.
Ein besonderes war bestimmt die Entwicklung der Employer Brand und des Karriereportals der Compass Group – ein riesiges Unternehmen, das einen hohen Bedarf an Neubesetzungen hatte.
Hier konnten wir gründlich, im gesunden Doppelpass und mit Ideenstärke agieren. Herausgekommen ist eine tolle, authentische, unique Website, die die wirklich guten Benefits der Firma inszeniert – und das funktioniert.
7. Was wäre euer absoluter Lieblingskunde, für den ihr gerne mal ein Projekt umsetzen würdet?
Den gibt es nicht. Je größer, desto komplizierter. Vielleicht gibt es eher eine Art Lieblingssituation, nämlich die, dass ein Kampagnen-Briefing Räume lässt für die kreative Power, die diese Agentur entfalten kann.




