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Die Zukunft des Gedruckten

Wer das Glück hatte, Cortissimo 11 auf den Tisch zu bekommen, muss konstatieren: Tolles Druckerzeugnis der Rheinisch-Bergischen Druckerei mit guten und ehrlichen Reflexionen zum Thema Zukunft der Printmedien in Zeiten der Digitalisierung.

Natürlich ist ein Druckerzeugnis einer Druckerei ein Stück Unternehmenskommunikation, auch wenn es sich „Zeitung“ nennt. Aber wenn ein solches Produkt interessant und differenziert aufbereitet ist, steigt die Chance, dass man sich mit ihm beschäftigt. Seit 2014 hat das Unternehmen wiederholt eine Zeitung gemacht, in der ein Schwerpunkt-Thema von verschiedenen Seiten beleuchtet wird. Der Titel diesmal: „The future is online and offset“.

Im Editorial unterstreicht Druckerei-Geschäftsführer Matthias Tietz die Vorteile von Printprodukten. Man sehe und spüre sie unmittelbar, Print sei „sinnlich und impulsgebend“ und genieße Vertrauen. Wenn es dann noch so großformatig daherkäme (die Zeitung hat A3-Format) könne man Texten und Bildern den Raum bieten, „den sie brauchen um in voller Breite zu wirken“.

Andererseits vergisst Tietz nicht zu erwähnen, dass wir in einer digitalisierten Welt leben und spricht von „fantastischen Potenzialen“. Wie also lassen sich beide Welten am sinnvollsten miteinander verknüpfen?

Dass schnelle Informationen längst den digitalen Weg gehen, Print eher dann zum Zuge kommt, wenn es um eine gewisse Tiefgründigkeit gehe, ist keine besonders originelle Erkenntnis. Aber für die Agenturleiterin Sonja Roth geht es auch gar nicht darum, „dass Printprodukte mithalten müssen“. Print stehe „diametral zum Zeitgeist des oberflächlichen Überfliegens von Headlines und Info-Snacks“. Print-Geschichten würden „verinnerlicht und hallen nach“.

Sie glaubt deshalb, dass Print auch noch in 20 Jahren eine Rolle spielen wird, „nur in anderer Form“. Gut vorstellbar sei „eine noch höhere Qualität der Geschichten, dafür vielleicht eine kleinere Auswahl“.

Interessanterweise kommt auch der Online-Marketing-Manager Robert Hettenhausen zu einer ähnlichen Erkenntnis: Auch er verbindet Print mit „Hochwertigkeit“ und „Commitment“ und traut dem Medium immer dann zu, zu punkten, wenn es um „Mehrwert“ und „Hintergründe“ gehe. In Zukunft würden Printprodukte eher dann zum Einsatz kommen, wenn sie „eine besondere Anmutung“ hätten.

Findet auch Media-Experte Matthias Kiechle, der ebenfalls ausführlich befragt wird. Seine Prognose: Wenn es greifbar sein soll, wird es eher Print sein. Zum Beispiel in Form eines Jahrbuchs, in dem die besten regelmäßig zur Verfügung gestellten Online-Botschaften zusammengefasst seien. „Außerdem könnte ich mir vorstellen, dass es noch einige Innovation in bedruckbaren Materialien geben wird. Eine echte Verbindung zwischen haptischem, bedrucktem Material und dynamischen interaktiven Anteilen“.

Fazit: Glaubwürdigkeit und Wertigkeit werden nach wie vor eher Printprodukten zugeordnet, aber der Schwerpunkt der Informationen und Botschaften wird online stattfinden. Oder anders gesagt: Print wird bleiben, aber in exklusiven Auflagen. 

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